Aktuelles aus dem Getreide
09/2018

Aktuelles aus dem Getreide

2018 - ein Ausnahmejahr

Freitag, den 31.08.2018

Das Getreidejahr 2018 – in allen Belangen ein Ausnahmejahr

Aktuelle Informationen und Prüfergebnisse zu unseren Winterweizensorten finden Sie hier:

E-Weizen

A-Weizen

B-Weizen

frühreife Grannenweizen

 

Bestandesetablierung und Jugendentwicklung

Während Frühsaaten im Weizen noch von den regional ausgeglichenen Wasserverhältnissen der Böden profitieren konnten und sich nachfolgend gute Bestände entwickelten stellten die einsetzenden langanhaltenden und ausgiebigen Regenfälle für das Gros der zu etablierenden Bestände ein sich immer weiter zuspitzendes Problem dar. Die Bearbeitung der Böden und die Weizenaussaat erfolgten schlussendlich oft verspätet und unter deutlich zu feuchten Bedingungen oder mussten gar gänzlich entfallen. Strukturschäden und verminderte Feldaufgänge waren die Folge. Auch die Wurzelausbildung der Bestände litt unter der bis in das zeitige Frühjahr hineinreichenden feuchten und kühlen Witterung sowie den Strukturschäden aufgrund der Bodenbearbeitung. Das Frühjahr startete kühl und feucht – die Witterung schlug jedoch ab Anfang April ins Gegenteil um, sodass sich die Bestände explosionsartig entwickelten. Insbesondere frühe Sorten und Sorten die ihren Ertrag über die Bestandesdichte bilden erzielten mancherorts nicht die angestrebte Anzahl an ährentragenden Halmen je Quadratmeter.

Krankheitsbefall und Ertragsbildung

Erste Gelbrostinfektionen waren alsbald zu beobachten – der Infektionsdruck wurde jedoch durch die einsetzende warme und trockene Witterung begrenzt – andere Pathogene wurden in ihrer epidemischen Entwicklung durch die langanhaltende Trockenheit ebenfalls ausgebremst und stiegen meist nicht in die oberen Blattetagen auf. Zum Ende der Vegetationsperiode trat in den meisten Anbaugebieten Braunrost mit teils hoher Befallsstärke auf, der durch die trockene und warme Witterung günstige Entwicklungsbedingungen vorfand. Sorten mit guter Braunrostresistenz wie RGT REFORM, RGT AKTION, RGT SACRAMENTO und RGT DEPOT waren hier im Vorteil und konnten die teils deutlichen Ertragsverluste durch  Braunrostbefall abwenden. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Bestandesdichten und oft späten Saattermine war 2018 kein Lagerjahr. Die zu Vegetationsbeginn oft wassergesättigten Böden trockneten im Vegetationsverlauf immer stärker aus  - die Bodenart und die damit verbundene Wasserspeicherfähigkeit der Böden entschied vielerorts über Wohl und Wehe der Weizenbestände.

Abreife und Ernte

Die sich immer weiter zuspitzende Dürre mit hohen Tages- und teils auch hohen Nachtemperaturen setzte die Bestände in Verbindung mit niedriger Luftfeuchte unter enormen Trocken- und Hitzestress. Im Süden Deutschlands führten vereinzelte Niederschläge zu einer leichten regionalen Entspannung und akzeptablen Erträgen. Die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen der BRD führte letztendlich zu einer deutlich verfrühten Ernte und deutlichen Mindererträgen.

Ernte 2018 – was bleibt

Auch nach der diesjährigen Ernte muss – trotz dürrebedingten Ertragsausfällen – nach vorn geschaut werden. Als Grundlage für die nun anstehende Sortenentscheidung sollte der Fokus auf Sorten mit hoher Ertragsstabilität gelegt werden. Basis für die Sortenwahl sollten mehrjährigen Auswertungen sein, da das Ausnahmejahr 2018 aufgrund der Dürre und der damit einhergehenden eingeschränkten Aussagekraft der diesjährigen Versuche nur eine eingeschränkte Bewertung der Sorten zulässt. Da kein Jahr wie das andere ist, müssen Sorteneigenschaften, die in diesem Jahr nicht gefordert wurden, angemessen in die Entscheidungsbildung einfließen. Dies betrifft insbesondere Winterhärte, Neigung zu Lager aber auch Qualitätseigenschaften wie Fallzahl(stabilität).

 


 

Montag, den 14.05.2018

Erhöhter Gelbrostdruck im Winterweizen

in den vergangenen Wochen ist es vielerorts zu Infektionen mit Gelbrost gekommen, die nun – nach einer Inkubationszeit von 10 Tagen -  zur Bildung von Uredosporenlagern führt. In Abhängigkeit von Standort, Vorfrucht, Saattermin und Sortenresistenz werden diese nun als gelborange Sporenlager mit unterschiedlichen Befallstärken sichtbar. Hoch anfällige Sorten zweigen bereits einen ausgeprägten Befall. Sorten mit mittlerem und hohem Resistenzniveau sollten regelmäßig auf Gelbrostbefall bonitiert werden. Die sortenspezifischen Resistenzen von RAGT-Winterweizensorten gegen Gelbrost sind in Tabelle 1 aufgeführt. Aufgrund des hohen epidemischen Potentials des Gelbrosts raten wir bei Befall zu einer zeitnahen gut platzierten Fungizidgabe um die weitere Ausbreitung des Gelbrostes zu unterbinden. Mischinfektionen mit Septoria tritici und DTR (insbesondere Mulchsaat Stoppelweizen) werden so ebenfalls erfasst.

 

Tabelle 1: Gelbrostresistenzen: RAGT Winterweizensorten:

Sorte APS Gelbrost Neigung zu Gelbrost
 RGT Depot 1  fehlend oder sehr gering
 RGT Sacramento 2  sehr gering bis gering
 Ponticus 2  sehr gering bis gering
 Rebell 2  sehr gering bis gering
 Bergamo 2  sehr gering bis gering
 RGT Aktion 2  sehr gering bis gering
 RGT Riff 2  sehr gering bis gering
 Linus 3  gering
 Boregar 3  gering
 RGT Reform 4  gering bis mittel
 Meister 5  mittel

Einstufungen Gelbrostresistenzen (APS aus BSL); RAGT Winterweizensorten

Gelbrostbefall Winterweizen


 

 

 

Dienstag, den 20.03.2018

 

Neuzulassungen Wintergetreide – drei neue Winterweizen- und Wintertriticalesorten bereichern RAGT Portfolio.

Mit RGT DEPOT, RGT RIFF und RGT BELEMAC wurden gleich drei neue Wintergetreidesorten von RAGT durch das Bundessortenamt zugelassen. Die leistungsstarke und gesunde RAGT-Genetik steht der Landwirtschaft nun erstmals auch im Triticaleanbau zur Verfügung.

RGT DEPOT (A) bietet als Einzelährentyp mit hoher Kornzahl/ Ähre (7) und hoher TKM (7) eine hohe bis sehr hohe Ertragsleistung auch unter trockenen Bedingungen. Die sehr gute Resistenzausstattung (Mehltau (2), Gelbrost (1), Braunrost (3)) gepaart mit einer top Standfestigkeit (3) prädestinieren RGT DEPOT für einen risikoarmen und kosteneffizienten Qualitätsweizenanbau. Auch aus Sicht der aufnehmenden Hand ist RGT DEPOT mit  Sedi (6), Mehlausbeute (8), Volumen (7) sehr attraktiv eingestuft.

RGT RIFF (A) erzielte in der Wertprüfung über einen ausgeglichenen Bestandesaufbau Erträge auf hohem Niveau. Das außergewöhnliche Resistenzpaket von RGT RIFF, insbesondere die Halmbruchresistenz (2) auf einem bisher unerreichtem Niveau sowie die geringen DON-Gehalte bei guter Fusariumresistenz (4) machen RGT RIFF zu der neuen Option im Stoppelweizenanbau. Sowohl RGT RIFF als auch RGT DEPOT sind nach ersten Ergebnissen aus der Wertprüfung und den züchtereigenen Versuchen als gut winterhart einzuschätzen.

RGT BELEMAC als erste in Deutschland zugelassene Wintertriticale von RAGT beeindruckte in der Wertprüfung mit sehr hohen Erträgen (9/7). Insbesondere unter einem reduzierten Fungizideinsatz setzt RGT BELEMAC seine starken Resistenzeigenschaften (Mehltau (1), Septoria (3), G-Rost (2), B-Rost (1)) konsequent in Höchsterträge um. In Verbindung mit geringen DON-Gehalten im Erntegut und einer guten Standfestigkeit (4) bringt RGT BELMAC die Sorteneigenschaften mit, die im modernen Triticaleanbau den Unterschied ausmachen.

 


 

Dienstag, den 13.03.2018

Empfehlungen zur Düngung von Winterkulturen im Frühjahr 2018

Große Niederschlagsmengen im Herbst 2017 haben zu einer starken Verlagerung des pflanzenverfügbaren Stickstoffs (Nitrat) sowie des pflanzenverfügbaren Schwefels (Sulfat) geführt. Beide Nährstoffformen wurden durch die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen aus dem Wurzelraum der noch jungen Bestande gewaschen. Diese Nährstoffe können oftmals erst im späteren Vegetationsverlauf, durch ein tiefer reichendes Wurzelsystem oder durch kapillaren Aufstieg erschlossen werden. Insbesondere im nördlichen Teil Deutschlands ist durch die ausgesprochen hohen Niederschlagsmengen zudem mit einem Austrag in den Grundwasserspiegel zu rechnen. Sowohl im Wintergetreide, als auch im Winterraps sollte daher eine zeitige Düngung mit Schwefel und Stickstoff erfolgen, da mit einer Mineralisation erst im späteren Vegetationverlauf (Bodentemperaturen) zu rechnen ist.

Blattverluste aufgrund von Kahlfrösten erhöhen den Nährstoffbedarf der Kulturen ebenfalls. Eine erhöhte Startgabe begünstigt die Blattneubildung. Pflanzennährstoffe aus den abgestorbenen Blättern werden erst pflanzenverfügbar sobald höhere Bodentemperaturen eine Mineralisation ermöglichen.

Dünne oder schwach entwickelte Getreidebestände sollten ebenfalls stärker angedüngt werden. Ziel ist es eine Ausreichende Anzahl Triebe/m² zu erreichen. Weitere Maßnahmen wie Anwalzen (Förderung der Bestockung) und CCC-Gaben (Verringerung der Apikaldominanz) können zur Etablierung eines leistungsfähigen Bestandes beitragen.

Rapsbestände, die unter der Kälteperiode gelitten haben sollten (soweit noch nicht erfolgt) unverzüglich angedüngt werden. Die zweite N-Gabe sollte dann relativ kurzfristig nach dem Ergrünen erfolgen. Alternativ dazu kann auch die gesamte N-Gabe in reduzierter Menge sobald die Blattbildung der unteren Seitentriebe erkennbar ist gegeben werden.

 


Montag, den 22.01.2018

Gerste: Aller guten Dinge sind drei

Ende 2017 hat das Bundessortenamt gleich drei neue Sommerbraugersten von RAGT zugelassen. Dem Landwirt stehen damit, neben RGT PLANET drei hochertragreiche Sommergerstensorten von RAGT zur Verfügung, die hinsichtlich Ertrag, Gesundheit und Qualität voll überzeugen.

Mit der Markteinführung von RGT PLANET hat RAGT den Braugerstenanbau auf ein bis dahin unerreichtes Ertragsniveau gebracht und dadurch eindrucksvoll bewiesen welches Potential in der RAGT Sommergerstengenetik steckt. Mit der Zulassung von RGT ATMOSPHERE, RGT ELYSIUM und RGT ASTEROID stehen der Landwirtschaft nun drei weitere Sommerbraugersten aus dem Hause RAGT zur Verfügung, die höchsten Ansprüchen an Kornertrag, Blattgesundheit sowie Malz- und Brauqualität gerecht werden.

 

Quelle: Bundessortenamt; Neuzulassungen – Beschreibung der Werteigenschaften (22.12.2017)

 

Kornertrag (dreijährig) der Wertprüfung Zulassungsjahrgang 2017. RGT ASTEROID, RGT ATMOSPHERE und RGT ELYSIUM im Vergleich zu Verrechnungssorten mit Empfehlung des Berliner Programms.

Download Sortenblätter RGT Amostphere, RGT Elysium, RGT Asteroid