Frühjahr 2018
03/2018

Frühjahr 2018

Empfehlungen zur Düngung von Winterkulturen

Große Niederschlagsmengen im Herbst 2017 haben zu einer starken Verlagerung des pflanzenverfügbaren Stickstoffs (Nitrat) sowie des pflanzenverfügbaren Schwefels (Sulfat) geführt. Beide Nährstoffformen wurden durch die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen aus dem Wurzelraum der noch jungen Bestande gewaschen. Diese Nährstoffe können oftmals erst im späteren Vegetationsverlauf, durch ein tiefer reichendes Wurzelsystem oder durch kapillaren Aufstieg erschlossen werden. Insbesondere im nördlichen Teil Deutschlands ist durch die ausgesprochen hohen Niederschlagsmengen zudem mit einem Austrag in den Grundwasserspiegel zu rechnen. Sowohl im Wintergetreide, als auch im Winterraps sollte daher eine zeitige Düngung mit Schwefel und Stickstoff erfolgen, da mit einer Mineralisation erst im späteren Vegetationverlauf (Bodentemperaturen) zu rechnen ist.

Blattverluste aufgrund von Kahlfrösten erhöhen den Nährstoffbedarf der Kulturen ebenfalls. Eine erhöhte Startgabe begünstigt die Blattneubildung. Pflanzennährstoffe aus den abgestorbenen Blättern werden erst pflanzenverfügbar sobald höhere Bodentemperaturen eine Mineralisation ermöglichen.

Dünne oder schwach entwickelte Getreidebestände sollten ebenfalls stärker angedüngt werden. Ziel ist es eine Ausreichende Anzahl Triebe/m² zu erreichen. Weitere Maßnahmen wie Anwalzen (Förderung der Bestockung) und CCC-Gaben (Verringerung der Apikaldominanz) können zur Etablierung eines leistungsfähigen Bestandes beitragen.

Rapsbestände, die unter der Kälteperiode gelitten haben sollten (soweit noch nicht erfolgt) unverzüglich angedüngt werden. Die zweite N-Gabe sollte dann relativ kurzfristig nach dem Ergrünen erfolgen. Alternativ dazu kann auch die gesamte N-Gabe in reduzierter Menge sobald die Blattbildung der unteren Seitentriebe erkennbar ist gegeben werden.